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Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt

Am 9. März 2018 haben wir, der Geschichte Leistungskurs, die Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt besucht. Diese wurde bis zu der Eröffnung am 10. März 2013 andersweitig verwendet. Das Gelände wurde 1920 – 1930 zunächst als Kaserne für 2000 französische Soldaten während der Rheinbesetzung verwendet. 1932 – 1936 wurde es dann durch den Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD) genutzt. In diesen Jahren wurde es von den Nationalsozialisten zu einem frühen Konzentrationslager umfunktioniert. Das Nazi-Regime schüchterte hier politische Gegner wie beispielsweise der KPD und SPD ein. Die 453 Häftlinge wurden während ihrer Inhaftierung zu demütigenden Arbeiten gezwungen, sowie auch misshandelt und gefoltert. Nach dem Krieg wurde das Gelände dann wieder von den französischen Truppen besetzt. Zuletzt wurde es dann zur Nutzung für Asylsuchende und Kriegsflüchtlinge freigegeben bevor es dann im Jahr 2000 als Denkmal ausgewiesen wurde. Als wir die Gedenkstätte im ehemaligen Gefängnis der Kaserne besucht haben ist mir auch klar geworden wieso. Das Gefängnis lässt einen die Zustände ,welche in diesem herrschten, erahnen. Der ehemalige Waschraum und die Einzelzellen führen einem dies dann vor Augen. Vor allem die Einzelzellen sind mit Informationen wie der Häftlingskartei, Datenbank sowie auch der Täterkartei und Arbeitsmaterial gefüllt. Außerdem sind in dem Gebäude vielzählige Karikaturen und Bilder vom Nationalsozialismus aufzufinden. Auf den Bildern ist Neustadt im NS-Wahn vorzufinden. Die Hauptstraße voller Hakenkreuz Fahnen, der Marktplatz bei der Bücherverbrennung und ein Stadion gefüllt von Menschen, welche Adolf Hitler zujubeln. Unter anderem wurden uns auch Briefe von der Stadtverwaltung an das Konzentrationslager sowie auch die dazugehörigen Zeitungsartikel gezeigt, deutlicher hätte man die Gleichschaltung des Staates nicht machen können. Während der Brief besagt, dass es kein Essen mehr im Konzentrationslager geben wird, beschreibt der Zeitungsartikel das einfache, nahrhafte aber trotzdem genügende Essen. Das NS-Regime glänzte also auch in Neustadt mit seinen Lügen und seiner Propaganda.
Trotz allem gab es in dem Konzentrationslager Neustadt keine Todesfälle, auch wenn zwei Selbstmordversuche vorgefallen sind. Trotzdem wurde die Würde der Menschen auf das Tiefste verletzt. Dies ist auch der Grund für das Leitmotiv sowohl am Eingang als auch im Veranstaltungsraum der Gedenkstätte: 

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Jule Köhler