Gymnasium Edenkoben

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Exkursion ins Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

Am Samstag, den 5.12.2009 fuhren 40 Schüler unserer Schule (Leistungskurs Geschichte, zwei Deutsch-Leistungskurse und einige Freiwillige) ins Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass. Um 8 Uhr morgens ging die Fahrt, begleitet von Herrn Stern, Frau Baumgartner, Frau Moll, Frau Kohl-Dietrich und Frau Euler, los.
Um besser auf das vorbereitet zu sein, was uns erwartete, hielt uns Herr Stern im Bus einen Vortrag über das System der NS-Konzentrationslager, besonders bezogen auf Natzweiler. Trotz der vielen Vorkenntnisse, auch aus dem Unterricht, konnten wir alle noch nicht wirklich erahnen, was auf uns zukommen würde.

Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir am Gasthof „Le Struthof“ an, in dessen ehemaligem Festsaal sich die 9m² große Gaskammer befand. Trotz eines vorgelesenen Zeugenberichtes, konnten wir, als wir vor der Gaskammer standen, nicht wirklich begreifen, was dort Schreckliches vorgefallen war. „Darin sind Leute umgebracht worden und wir stehen hier jetzt einfach da“, meinte einer der Schüler, was gut zeigt, wie unfassbar das Geschehene für uns ist.
Anschließend fuhren wir weiter zum Dokumentationszentrum und besichtigten den von den Häftlingen gegrabenen sogenannten „Kartoffelkeller“, dessen Funktion im KZ bis heute vollkommen unklar ist. Dieser wurde teilweise zu einer Ausstellung umfunktioniert.
Nach einer kurzen Mittagspause folgte dann der Stacheldrahtbereich, das eigentliche Lager. Man spürte plötzlich die Beklemmung der Gruppe, als wir das mit Stacheldraht und Wachtürmen umzäunte Gelände betraten. Wir hatten einen guten Überblick über das gesamte Lager, welches terrassenförmig in 800m Höhe am Nordhang angelegt war. Zentral auf der ersten Terrasse stand der Galgen, der der öffentlichen Hinrichtung diente und uns allen nochmal die Brutalität und Grausamkeit vor Augen führte. Durch die terrassenförmige Anordnung waren die Gefangenen dazu gezwungen, zu dem Galgen hinaufzublicken. Zudem wurde uns die enorme Anzahl der Opfer bewusst.
Darauf folgte die Besichtigung des Gefängnisses und des Krematoriums, welche auf der untersten Terrassenstufe liegen. Im Gefängnis, welches für besonders harte Strafen genutzt wurde, durften wir am eigenen Leibe erfahren, unter welchen räumlichen Faktoren die Menschen leiden mussten. Im Krematorium stand der Verbrennungsofen. Auch den „Operationssaal“, in dem medizinische Experimente an den Deportierten durchgeführt wurden, sahen wir uns an. Als wir den steilen Weg zur „Schreibstube des KZ“, den damals die Häftlinge mehrere Male am Tag entlang laufen mussten, hinauf liefen, ergriff uns die dort herrschende Kälte. Dies rief uns ins Gedächtnis, mit welchen Umständen und Natureinwirkungen die Häftlinge zu kämpfen hatten. Die Schreibstube, welche heute ein Museum ist, vermittelte uns eine gute Zusammenfassung der damaligen Begebenheiten und politischen Umstände. Besonders die dort ausgestellten Zeichnungen ehemaliger Gefangener blieben vielen eindringlich in Erinnerung.
Die luxuriöse Villa des Lagerkommandanten, nur wenige Meter neben dem Lager, zeigte uns den starken Kontrast zwischen dem Alltag der Häftlinge und dem der Aufseher. Hier wurden Gartenfeste gefeiert, während wenige Meter weiter, Menschen zu Tode gequält wurden!
Abschließend schauten wir uns das riesige Mahnmal über dem Lager an, bis wir danach unsere Exkursion in der Cafeteria beendeten und uns über den erlebten Tag austauschten, der uns auch dank der guten Organisation lange in Erinnerung bleiben wird.

Für uns alle war es wichtig, dass durch den Besuch im Lager unser Vorwissen eine Gestalt annahm. Allerdings sind wir uns alle einig, dass diese menschenunwürdigen Behandlungen nicht nachvollziehbar und vorstellbar sind. Dadurch wird es noch schwieriger, diese Taten als einen Teil unserer Vergangenheit zu akzeptieren.

Ein junger Mensch denkt nicht oft an den Tod, sondern an das Leben. Doch hier im KZ Natzweiler war die Begegnung mit dem Tod etwas Alltägliches.

Jana Aperdannier, Nathalie Orlemann, Jana Welsch (MSS 11)