Gymnasium Edenkoben

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Exkursion der MSS 12 zum Robotik-Labor der TU Kaiserslautern

Zur Vertiefung und praktischen Veranschaulichung unserer Fachkenntnisse unternahmen wir, der Grundkurs Informatik der MSS 12 unter der Leitung von Herrn Leibfried, am 4. Mai eine Exkursion zur Informationstechnischen Fakultät der Technischen Universität in Kaiserslautern.

Nachdem die Anreise mit dem privaten PKW aufgrund mancher größerer Bauvorhaben in der Region für leicht erschwerende Umstände gesorgt hatte, versammelten sich die ersten Teilnehmer gegen 9:30 Uhr am Treffpunkt zu einem spontanen Frühstück, dass hauptsächlich aus mitgebrachten Backwaren bestand. Als dann alle beisammen waren, bekamen wir die ersten Instruktionen zum Tagesablauf von Herrn Leibfried.

Um 10:00 Uhr besuchten wird dann nach Neigung eine reguläre Vorlesung aus dem Fächerkanon der Universität, wobei im Fachbereich Informatik die Themen „Informationssysteme“, „Computergrafik“ und „Software-Entwicklung“ zur Wahl standen. Auch rege von unseren Schülern besucht wurde eine Vorlesung der Höheren Mathematik zum Thema „Vektorrechnung“ sowie, von einer etwas kleineren Gruppe, ein Vortrag im Fach Biologie. Besonders überraschend war hierbei die Nähe der in den Vorlesungen behandelten Themen zu unserem schulischen Unterricht, die einen hohen Grad des Verständnisses bei uns bewirkten und die äußerst hohe Qualität des Unterrichtes am Gymnasium Edenkoben zur Geltung brachten.

Bereichert durch die neuen Erkenntnisse aus den Vorlesungen trafen wir uns zur Mittagszeit geschlossen wieder im Gebäude der Fakultät für Mathematik und Informatik zu einem 1,5-stündigen Diskurs mit dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Robotersysteme“, Herrn Prof. Dr. Karsten Berns. Dieser erläuterte uns zu erst die Strukturen der Universität, das Studienangebot und den Auswahlprozess und beantwortete dabei aufkommende Fragen in sehr ausführlicher Art und Weise. Danach ging Herr Berns auf sein Kernthema, die AG Robotersysteme, ein und erklärte uns seine Arbeit bei zeitgleicher Präsentation bereits erzielter Forschungsergebnisse. Schnell entbrannte in der gesamten Runde eine hitzige Diskussion über die Zukunft autonomer Roboter und deren Möglichkeiten und Grenzen, wobei rasch deutlich wurde, dass die fortschreitende Entwicklung uns Handlungsmöglichkeiten eröffnet, die wir Menschen aufgrund mangelnder Zeit nicht haben. So kann ein autonom verkehrendes Kraftfahrzeug im Kollisionsfalle gezielt entscheiden, welche Person, wenn nicht vermeidbar, Verletzungen davon tragen muss. Dies regte uns zu einer Debatte über ethische Aspekte der „Übermenschlichkeit“ an, die auch schnell zu Problemen der Technik führte, welche mit mangelnden Möglichkeiten zum Test theoretischer Systeme und fehlender finanzieller Unterstützung innovativer Projekte einher gehen. Abschließend konnten wir alle feststellen, dass die Technik autonomer Robotersysteme ein weitaus komplexerer Vorgang ist, als man sich dies zu Teilen vorstellt und dass es unter Umständen noch lange dauern wird, bis kritische Fragen geklärt werden und der Roboter dem Menschen in adäquater Art und Weise unterstützen kann.

Zur Verarbeitung der gesammelten Eindrücke erfolgte im Anschluss an das Gespräch eine Pause, in der wir aus den verschiedenen kulinarischen Angeboten des Studierendenwerkes Kaiserslautern ein Mittagessen auswählen konnten. In der Mensa wurden Spareribs, Chicken Drums oder Nudelgerichte zu erschwinglichen Preisen angeboten, wohingegen die Cafeteria mit selbst gefertigtem Döner Kebab, Schnitzelbrötchen und Snacks aufwarten konnte. Ein Eis mit exotischen Sorten wie „Bubble-Gum“ oder „Sahne-Kirsch-Joghurt“ rundete die Speisekarte ab.
Den Abschluss des Tages bildete ein besonderes Highlight: Der Besuch im Forschungslabor der Robotik-AG von Herrn Berns. Dort präsentierten uns die Angestellten ihre Ergebnisse im Bereich der Entwicklung autonomer Nutzfahrzeuge. Ein selbstfahrender Traktor, ein Mini-LKW und ein geländetaugliches Kleinfahrzeug wurden uns mit der entsprechenden technischen Ausrüstung präsentiert und deren Funktionsweise mit Hilfe sogenannter grafischer Nutzerausgabesysteme am Monitor visualisiert. Somit konnten wir hier eindrucksvoll erleben, wie die bisher nur aus endlosen Zeilen an Quellcode bestehenden Konstrukte der Informatik in der Praxis mit mechanischen Bauteilen zu kleinen Wunderwerken der modernen Technik fusionieren.

Schade ist es jedoch, dass derartige Projekte oft nach einem ersten Ergebnis nicht weiter finanziell verfolgt und damit aufgegeben werden, da das Interesse einer serienmäßigen Realisierung seitens der Wirtschaft nicht vorliegt. Dennoch geht den Forschern um Professor Berns die Arbeit nicht aus: Eine Drohne, die autonomen Fahrzeugen den Weg leitet und ein mechanischer Fuß, der in absehbarer Zeit in Kombination mit einem zweiten stählernen Bein das zweibeinige Gehen erlernen soll, stehen als Projekte im Fokus der aktuellen Arbeit des Roboter-Labors. Doch gewiss liegen die Ambitionen der Forschung höher und, wer weiß, vielleicht kommt eines Tages unser mechanischer Helfer im Alltag wirklich aus der Universität Kaiserslautern.

Gegen 14:45 Uhr endete für uns dieser ereignisreiche Tag; die Eindrücke werden uns jedoch noch lange in Erinnerung bleiben. Alles in allem hat die Exkursion zur Fakultät für Informatik unsere Berufs- und Studienwahl bereichert und uns die Informationstechnik in einem ganz neuen, aus dem schulischen Alltag ungewohnten Licht präsentiert. Eines steht jedenfalls außer Frage: Die Schüler des nächsten Jahrgangs Informatik werden diesen Ausflug ebenfalls erleben dürfen und eventuell findet sich einer von uns oder den anderen Jahrgängen unserer Schule eines Tages als Student an der Technischen Universität in Kaiserslautern wieder.

Marcel Geiger