Schulsanitätsdienst-FAQ

Diese Infos sind vor allem über den Schulsanitätsdienst (SSD) am Gymnasium Edenkoben, der dort zusammen mit dem Deutschen Jugendrotkreuz (JRK) eingerichtet und betreut wird. Die meisten Antworten treffen aber ähnlich auch auf andere Schulen zu. Bei weiteren Fragen kann man sich an unsere Schule über Herrn Toussaint oder an das Jugendrotkreuz Ortsverein Edenkoben wenden.

  1. Was ist der SSD?
  2. Warum sollte die Schule einen SSD haben? Sind das nicht unnötige Kosten?
  3. Was macht ein SSD?
  4. Welche Vorteile bringt ein SSD für die Schule?
  5. Welche Voraussetzungen müssen an der Schule erfüllt sein?
  6. Darf der SSD Medikamente verabreichen?
  7. Darf der SSD vom Sportunterricht befreien?
  8. Was passiert, wenn eine Hilfeleistung missglückt oder bei sonstigen Schäden? Wie sieht es aus mit der Haftung?
  9. Haben Schulsanis eine Garantenstellung?

 

Was ist der SSD?

Der Schulsanitätsdienst ist eine gemeinsame Einrichtung des Jugendrotkreuzes, oder einer anderen Hilfsorganisation, und einer Schule. In unserem Fall sind das das Jugendrotkreuz Edenkoben und das Gymnasium im selben Ort.

Die Mitglieder des SSD treffen sich einmal die Woche an einem Abend für eine Zeitstunde beim JRK in Edenkoben. Dort werden die Themen, die auch in den meisten anderen Gruppenstunden des JRK vermittelt werden, vermittelt. Ein großer Schwerpunkt ist dabei die Erste Hilfe. Diese wird häufig auf den Kontext der Schule bezogen, sodass Maßnahmen, die an Schulen häufiger ausgeführt werden, bevorzugt geübt werden. Dies sind zum Beispiel Fingerkuppenverband, Handverband und die Versorgung von Prellung/Stauchung.

 

Warum sollte die Schule einen SSD haben? Sind das nicht unnötige Kosten?

Einen SSD sollte man schon allein deswegen einrichten, weil allein in Rheinland-Pfalz im Jahr mehr als 50.000 anzeigepflichtige Unfälle an Schulen passieren. Wie viele Unfälle es insgesamt sind, weiß man nicht sicher, da nur schwerwiegendere Unfälle über die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) gemeldet werden. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel Erkrankungen von Schülern während der Schulzeit, wenn die Schüler von den Eltern abgeholt werden. Auch hier wird aber oft der SSD tätig, da die Schüler, wenn sie Freistunden haben, ohne Probleme so jemanden betreuen können, ohne dass dann eine Lehrkraft vom Unterricht freigestellt würde.

An Kosten entstehen dem Schulträger nur die „Einrichtungskosten“ und dann später noch die „Betriebskosten“. Mit „Einrichtungskosten“ sind die Kosten für die erstmalige Anschaffung von Material gemeint. Diese Fallen weg, wenn die Schule schon ordnungsgemäß ausgestattet ist, oder kein Zusatzmaterial für den SSD vorgehalten wird. Eine Tasche, wie sie von den Meisten SSD verwendet wird, gibt es schon für wenig Geld, oder man such sich Sponsoren, die für die einmaligen Anschaffungskosten aufkommen. Die „Betriebskosten“ sind die Kosten, die dem Schulträger entstehen durch den Materialverbrauch, solange dieser nicht durch die GUV gedeckt wird. Die Kosten für die laufende Weiterbildung der Schulsanis trägt bei uns zum größten Teil das JRK, da die Schüler dort die Gruppenstunde besuchen. Je nach Organisation kann aber auch ein Lehrer die Fortbildung durchführen. Dann findet der SSD im Rahmen einer AG statt.

 

Was macht ein SSD?

Der SSD versorgt, wie oben schon beschrieben, kleinere und größere Wunden. Je nach Organisation kann dies in Form von reinen Pausendiensten geschehen oder in Form von Tagesdiensten. Bei den reinen Pausendiensten sind immer mindestens drei Schulsanis pro Pause gleichzeitig eingeteilt, um mögliche Dienstausfälle z.B. auf Grund von Klassen-/Kursarbeiten oder Krankheit zu kompensieren. Die in den Pausen eingeteilten Schulsanis kümmern sich um alle Verletzungen, die währen der Pausen passieren. Während der restlichen Zeit ist das Sekretariat zuständig. Bei Tagesdiensten sind immer drei Schulsanis pro Tag eingeteilt. Diese sind über eine Alarmierungsmöglichkeit (meist auch über das Schulsekretariat) jedoch immer verfügbar. Am Gymnasium Edenkoben wird die erstgenannte Variante praktiziert.

 

Welche Vorteile bringt ein SSD für die Schule?

Der SSD stellt eine schnelle Wundversorgung bei Verletzungen sicher. Dadurch werden die Heilungschancen erhöht.

Dadurch, dass sich die Schüler im SSD engagieren, lernen sie auch soziales Verhalten. Für die Lehrer kommt eine Entlastung hinzu, da sie sich jetzt nicht mehr um Verletzungen kümmern müssen.

Auch kann ein SSD meditativ und somit gewaltpräventativ auf die Schulgemeinschaft wirken, da die Schüler wissen, dass es jemand gibt, der sich um alle kümmert.

 

Welche Voraussetzungen müssen an der Schule erfüllt sein?

Da die Schule von Anfang an ein Erste-Hilfe-Zimmer haben muss, dass auch für den SSD genutzt werden kann und mindestens ein Verbandskasten nach DIN vorhanden sein muss, wird nichts zusätzlich benötigt. Es gibt aber Sinnvolle Zusatzausstattung, wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Taschen etc.

 

Darf der SSD Medikamente verabreichen?

Ja, wenn das SSD-Mitglied, dass das Medikament ausgibt, Arzt ist und somit ein Medizinstudium abgeschlossen hat. Da dies bei so gut wie keinem SSD der Fall, ist: NEIN!!!

 

Darf der SSD vom Sportunterricht befreien?

Hier gilt das gleiche wie oben; wäre das befreiende Mitglied Arzt, dann ging es. Ansonsten muss ein externer Arzt aufgesucht werden. Für die Sportlehrer kann der SSD Empfehlungen aussprechen, aber letztlich muss der Sportlehrer entscheiden, ob ein Schüler bei einer Sportstunde wegen einer Verletzung aussetzen darf.

 

Was passiert, wenn eine Hilfeleistung missglückt oder bei sonstigen Schäden? Wie sieht es aus mit der Haftung?

Davon wollen wir eigentlich nie ausgehen, aber wenn die Schulsanis gemäß § 323c des Strafgesetzbuches Erste Hilfe geleistet haben, kann eigentlich nichts passieren. Dies trifft aber nur zu, solange die Helfer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Dies ist beim SSD aber meistens der Fall. Sollte bei der Hilfeleistung ein Gegenstand zu Schaden kommen (als Beispiel wird gern die Hose des Ersthelfers genannt), so ersetzt die Haftpflichtversicherung des Notfallopfers dem Geschädigten den Schaden. Bei den Schulsanis greift auch noch die GUV der Schule, sobald die Schulsanis auf dem Weg zu oder von einer Schulveranstaltung sind, sowie wenn sie bei dieser anwesend sind. Die Aufsichtspflicht liegt trotz allem immer noch beim Lehrer.

 

Haben Schulsanis eine Garantenstellung?

Nein, da die Schulsanis auch nur Schüler sind und somit der Aufsichtspflicht des Lehrkörpers unterliegen. Für eine adäquate Hilfeleistung ist der beaufsichtigende Lehrer des Patienten verantwortlich.

Wenn ein gewünschter Erfolg nicht eintritt, trifft den Schulsan keiner Schuld, solange er nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. (siehe auch obigen Absatz)

 

Hinweis: Mit Schulsanis werden sowohl Schulsanitätshelfer (ohne Erste-Hilfe-Ausbildung) als auch Schulsanitäter (mit Erste-Hilfe-Ausbildung) synomym bezeichnet.

Die obigen Angaben wurden nach bestem Wissen zusammenstellt. Für die Richtigkeit kann keine Gewähr übernommen werden.

Quellen (zuletzt abgerufen am 20.09.2010):

http://www.humpis-schule.de/TYPO3/index.php?id=55

http://www.oh.jrk.de/schulsanitatdienst

http://christian53340.de/Sanis/Schulsanitaetsdienst-FAQ.htm

 

Lars Fischer