Schulische Lern- und Lebenswelten

Partizipation ist das Ziel

Das Motto „Schulische Lern- und Lebenswelten“ ist die Bezeichnung für ein Projekt, an dem das Gymnasium Edenkoben seit 2015 teilnimmt. Es wird von der Schulpsychologischen Beratung des Landes Rheinland-Pfalz angeboten, läuft über 3 Jahre und zielt auf die Umgestaltung der Lernumwelt für und gemeinsam mit jugendlichen Schülerinnen und Schülern. Die Stärkung von Partizipation, eigenverantwortlichem und selbstgesteuertem Lernen und die Öffnung von Schulen in das gesellschaftliche Umfeld ermöglichen neue ganzheitliche Lernerfahrungen.

Im Rahmen des Projektes versuchen wir, bereits gelebte nachhaltige und jugendgerechte Lern- und Arbeitsformen weiterzuentwickeln und neue Elemente zu etablieren, die gleichfalls Handlungshilfen für den Umgang mit Heterogenität und schulischer Inklusion geben. Unsere Schülerinnen und Schüler möchten wir hiermit in ihren sozialen Kompetenzen stärken und ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Im Spätjahr 2014 stimmte eine überwältigende Mehrheit in der Gesamtkonferenz dem Antrag auf eine Bewerbung zu und es gründete sich eine mit mehr als 15 Personen erfreulich große Projektgruppe, was für das Interesse an den Inhalten spricht. Zum Jahresbeginn 2015 freuten wir uns dann über eine positive Rückmeldung: Als eine von 13 Schulen aus Rheinland-Pfalz konnten wir an diesem spannenden Schulentwicklungsprojekt, das über den kompletten Zeitraum von schulpsychologischer Seite aus begleitet wird, teilnehmen.

Hierzu werden zum einen über die drei Jahre verteilt fünf zweitägige Fortbildungen für die teilnehmenden Schulen angeboten, zu denen – der Name ist Programm – nicht nur jeweils drei Lehrkräfte anreisen können, sondern auch je drei SchülerInnen eingeladen sind. In den Veranstaltungen stellen Schulen vor, die innovative, besondere didaktische oder methodische Konzepte oder Unterrichtselemente in ihren Schulalltag integrieren. In Workshops kann man zuhören, mitmachen, sich austauschen, Ideen mitnehmen.


Folgende Module bietet das Projekt:

  • Modul 1 (2015)*Gemeinsam verantwortetes Schulleben

  • Modul 2 (2015)*Formen selbstgesteuerten und individuellen Lernens

  • Modul 3 (2016)*Öffnung der Schule

  • Modul 4 (2016)*Selbstgesteuertes Lernen und partizipative Bewertung

  • Modul 5 (2017)*Coaching und Feedbackkultur

Die Lehrkräfte sowie die Mitglieder der Schülervertretung, die ebenfalls immer engagiert teilnahmen, kamen begeistert und mit vielen neuen Ideen und Eindrücken bepackt von den Fortbildungen zurück, die sie am liebsten alle sofort im Alltag umgesetzt hätten. Nun galt es jedoch, innerhalb der Projektgruppe das Erlebte vorzustellen, zu strukturieren und eine Vorauswahl für die Elemente zu treffen, die tatsächlich an unserer Schule das Schulleben bereichern sollen. Diese wurden dann der Gesamtkonferenz präsentiert, diskutiert, detailliert ausgearbeitet und für die Umsetzung zur Abstimmung gebracht.

So haben wir folgende Aspekte seither umgesetzt:

  • verbindliche Einführung des Klassenrats ab dem 2. Halbjahr in Klassenstufe 5

  • Einführung des Freiarbeitskonzepts in *Klassenstufe 5 und 6

  • Stärkung der SV-Arbeit

  • Etablierung eines SV-Raums

  • Fortführung des Klassenrats in *Klassenstufe 7

  • Fortführung der Freiarbeit in zwei Unterrichtsfächern in Klassenstufe 7

  • Projekt „alt und jung“ im Religionsunterricht der Klassenstufe 8


Auch für die noch kommenden Module wird dieses Vorgehen durchgeführt, so dass es unser Ziel ist, aus jedem Modul ein bis zwei thematische Elemente so anzupassen, dass sie für unsere Schule gewinnbringend sind und sie umgesetzt werden können.

Generell verfolgen wir mit dem Projekt folgende mittel- bis langfristige Ziele:

  • Reduzierung lehrergesteuerter Unterrichtsformen und Förderung der Selbstständigkeit

  • Steigerung des Interesses der Schüler am eigenen Lernprozess

  • Erhöhung der Transparenz bezüglich der Leistungserwartungen und der Lern- und Unterrichtsinhalte

  • Weiterentwicklung der Lehrerrolle weg vom Disziplinierenden hin zum Lernberater

  • Schaffung einer für alle Beteiligten anregenden Lern- und Lehrumgebung

  • Verminderung bzw. effektivere Nutzung des Vertretungsunterrichts


Selbstverständlich müssen alle in Gang gebrachten Projekte nach einer Einführungs- und Probephase evaluiert werden. In diesem Prozess werden Schüler, Eltern und Lehrkräfte eingebunden, so dass sich Vorteile und Nachteile zeigen und das Vorgehen unter Umständen modifiziert werden kann.


Wir sind gespannt, wie sich unsere Schule verändern wird und hoffen, dass sich das Thema „Schülerpartizipation“ durch dieses Schulentwicklungsprojekt als ein unser Profil schärfendes Element im Schulalltag etabliert.

 

Michael Schacht