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Misch Dich ein! Echte Helden holen Hilfe!

Wer wegsieht verliert sein Gesicht, wer weghört verliert sein Gesicht, wer schweigt verliert sein Gesicht.

Vierzehn Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen des Gymnasiums Edenkoben und der Paul-Gillet-Realschule Plus wurden am Dienstag zu Schulwegbegleitern ernannt.

 

Wer mit dem Schulbus unterwegs ist, kennt das Problem:  Schubsen und Sachbeschädigungen  in vollen Bussen, Drängeln und Gewalt an den Haltestellen. Vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler leiden unter dieser aggressiven Atmosphäre.

Das Gymnasium Edenkoben und die Realschule haben reagiert. Am Montag wurden 14 Schüler und Schülerinnen zu Schulwegbegleitern ernannt und allen Schülern der 5.  Klassen vorgestellt.

Zu Schulwegbegleitern wurden ernannt: Lando Roth, Yolanda Toth, Klaudia Osmolska,  Paul Ciba, Janis Habermehl, Alisan Uygur, Yigit Mutlu, Julia Nau, Quentin Huber, Glen-Finn Horn, Amelie Stanew, Sören Martini, Leonie Kirchhöfer, Nele Kinnigkeit, Nico Defaux

 

Zuvor hatte die Psychologin Frau Barner-Grüber die Schüler und Schülerinnen im Namen des Verkehrs-Verbunds Rhein-Neckar (VRN) 2 Tage lang zu Schulwegbegleitern ausgebildet. Sie werden in Zukunft für mehr Ordnung und Sicherheit in den Bussen und vor allem an den Haltestellen sorgen. Sie haben gelernt, wie man in Konfliktsituation richtig reagiert. Sie haben gelernt durch ihre Reaktion nicht noch Öl ins Feuer zu gießen, sondern zu deeskalieren. Dazu gehört auch eine überzeugende Körpersprache. Die Schüler und Schülerinnen mischen sich  nur in Konflikte ein, wenn diese als ungefährlich eingestuft werden und sie sich eine Klärung zutrauen. Sie entscheiden selbst, wann sie selbst aktiv werden oder sich an den Busfahrer wenden. „Echte Helden holen Hilfe“ betont die Mediatorin Jutta Barner-Grüber.

“Die Ausbildung kommt sehr gut an”, erklärt Barner-Grüber. „Die Schulung soll Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, Situationen angemessen einzuschätzen und in Konfliktsituationen verantwortungsvoll und vermittelnd einzugreifen. Jeder könne etwas tun, um Zivilcourage zu zeigen“. Das Motto laute:  „Wer wegsieht verliert sein Gesicht, wer weghört verliert sein Gesicht, wer schweigt verliert sein Gesicht.“

Die Jugendlichen selbst wissen genau, warum sie sich in diesem Amt engagieren. “Ich wollte wissen, wie man  kritische Situationen erkennt und wie man richtig reagiert”, erklärte  Amelie. „Und ich sah die Ausbildung als Chance, ein Vorbild zu sein.“

Julia möchte sich dafür einsetzen, dass es in den Bussen ruhiger zugeht.

Herr Mehler, Unterstufenleiter des Gymnasiums,  freut sich über das Engagement der Schüler, das ein besseres Zusammenleben bewirkt. Viele Schüler kommen mit dem Bus zur Schule, auf dem Schulgelände sorgen die Lehrer für die Sicherheit der Schüler. Auf dem Weg dorthin seien die Schulen allerdings auf die Schulwegbegleiter als Ansprechpartner angewiesen. Er findet, dass die Arbeit als Schulwegbegleiter zeigt, wie Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben aktiv übernommen werden kann.

Frau  Burdack, Verantwortliche für die Streitschlichter am Gymnasium, freut sich über die Bereitschaft der Schüler, Verantwortung zu übernehmen. Ab der 9. Klasse bildet sie Schüler und Schülerinnen zu Streitschlichtern aus und hofft, dass die Busbegleiter sich dann gerne weiterbilden lassen. Die Ausbildung sowohl zu Schulwegbegleitern wie auch zu Streitschlichtern bringe auch den Schülern und Schülerinnen persönlich sehr viel, denn sie fördere die soziale Kompetenz der Schüler, stärke ihr eigenverantwortliches Handeln, ihr Selbstbewusstsein und ihre Zivilcourage.

Strahlend  nahmen die 14 neuen Schulwegbegleiter ihre Urkunden und ihren persönlichen VRN-Ausweis  in Empfang. Als kleines Dankeschön erhielt jeder von ihnen einen Lamy Füller und ein T-Shirt, das sie als Schulwegbegleiter kennzeichnet.

Die Schulen in Edenkoben haben nun 27 vom VRN geschulte Schulwegbegleiter.

Hanna Burdack