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Theaterbesuch „Faust“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Kürzlich besuchten wir, der Leistungskurs Deutsch von Herrn Krüger der Jahrgangsstufe 12, die Inszenierung der Tragödie Faust 1 am Badischen Staatstheater Karlsruhe, welche sich am gleichnamigen Drama „Faust - der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahre 1808 orientierte. Entgegen unserer Befürchtungen eines langweiligen und ermüdenden Stückes, erwartete uns eine spannende, modern interpretierte und auch lustige Darstellung des Werkes, welches als eins der größten in der Weltliteratur gilt.

Erzählt wird die Geschichte eines Gelehrten namens Faust, welcher trotz seines großen Wissens - er hat Medizin, Jura, Philosophie und Theologie studiert – unzufrieden ist. Er will wissen, was „die Welt im Innersten zusammenhält“ und schließt daraufhin einen Pakt mit dem Teufel Mephisto(pheles). Schafft dieser es, Fausts innere Leere zu füllen, so darf er ihn in die Hölle führen. Mit Hilfe eines verjüngenden Trankes zeigt Mephisto Faust das brausende Leben, wobei Faust sich in die 14-jährige Gretchen verliebt. Von Mephisto motiviert, zerstört er jedoch das Leben seiner Geliebten, indem er ihre Mutter und ihren Bruder tötet und sie schwängert. Am Ende wird Gretchen hingerichtet, doch ihre Seele wird gerettet.

Die Inszenierung wurde von insgesamt acht Schauspielern dargestellt, wobei der Text teilweise anders verteilt war als in Goethes Tragödie. So hatte auch Gretchen mehr Text und bekam eine selbstbewusstere und bestimmtere Haltung. Die ersten Szenen hoben sich deutlich von denen im Buch ab, da sie von sechs bis sieben Schauspielern erzählt wurden. Diese trugen alle dieselben Kostüme, um die Gedankengeister Fausts darzustellen, doch auch das ist Interpretationssache. Auch wenn uns die anfänglichen Szenen verwirrten, kamen wir immer mehr in die Geschichte rein und die Handlung wurde klarer, auch weil sie sich dem Buch anglich. Im Laufe der Aufführung wechselten die Darsteller ihre Rollen und Kostüme. Lediglich die Schminke blieb bei den meisten Schauspielern erhalten: ein weißes Gesicht und dunkle Augen. Mimik und Gestik waren perfekt auf die Handlung abgestimmt und orientierten sich, genau wie die Maskerade, an der Stummfilmzeit, welche der Regisseur als Grundlage für die Inszenierung gewählt hatte. Im Gegensatz dazu wurde jedoch der altertümliche und komplexe Text des Dramas genutzt. Das Bühnenbild hingegen war im Stil der Pop Art entworfen worden und enthielt bewegliche Elemente wie Türen, Vorhänge, etc. Doch nicht nur die Handlung und das Schauspiel stellten die Inszenierung dar. Auch die Musik, welche speziell zu dem Stück und den Bewegungen der Charaktere komponiert worden war und das Stück begleitete, rundete die Darstellung ab und erzeugte zusätzliche Spannung.

Alles in allem war die Inszenierung sehr gelungen und ließ Freiheiten für eigene Interpretationen. Die Schauspieler stellten die Handlung durch Mimik und Gestik, sowie mit dem Spiel der Stimme, sehr gut dar. Hierzu muss man den Schauspielern einen großen Respekt aussprechen, einen so komplexen und langen Text verständlich rüberzubringen. Für uns war es ein sehr interessantes und spannendes Erlebnis.

Marie Braun (MSS12)