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Der Chemie-LK 13 erlebt ein blaues Wunder

Am 12.02.2020 war der Chemie LK der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasiums Edenkoben auf Achse.

Nach der anstrengenden Phase der schriftlichen Abiturprüfungen ging es zum Abschluss des Themas Farbstoffe noch einmal in das Oberstufenlabor der BASF.

Trotz einiger Schwierigkeiten (Zugausfall, wegen Auswirkungen des Sturms „Sabine“, Einsammeln der Schüler, die in den ursprünglichen Zug zusteigen wollten) trafen wir dann doch endlich mit etwa 30 min Verspätung alle gemeinsam bei der BASF ein.

In einer kurzen Einführung erfuhren wir einiges über die Geschichte des Farbstoffes Indigo und dessen wichtiger Verbindung zur BASF. Dann ging es auch schon mit Kitteln und Schutzbrillen ausgerüstet ins Labor.

Experimentiert wurde in Zweiergruppen jeweils in einem Abzug, in dem zunächst eine Schliffapparatur mit KPG-Rührer aufgebaut werden musste. Anschließend konnte nach der Bayer-Synthese Indigo aus den Edukten p-Nitrobenzaldehyd und Aceton hergestellt werden.

Da die Reaktionszeit der Mischung etwa 30 Minuten betrug, konnten wir zwischendurch ein kleines Päuschen einlegen und unsere Energie mit einer Apfelschorle oder einem Kaffee etwas auffrischen. Außerdem informierten sich einige SchülerInnen spontan anhand von youtube-Videos über mögliche Batik-Techniken, da das Reaktionsprodukt schließlich dazu genutzt werden sollte, ein eigenes weißes T-Shirt zu färben.

Frisch gestärkt ging es weiter, indem wir den nun entstandenen Feststoff aus dem Gemisch durch Absaugen filtrierten. Nach kurzer Trocknung im Trockenschrank erhielten wir einen schönen, dunkelblauen Farbstoff. Bevor jedoch die Kleider gefärbt werden konnten, musste das Produkt aber noch wasserlöslich gemacht werden. Dies geschah durch die Reduktion zum sogenannten Leukoindigo. Die Reaktionsmischung, die „Küpe“, war dann gelb/grün und hatte einen doch etwas strengen Geruch, der manch einen an gekochten Kohl erinnerte. In diese Lösung tauchten wir unsere vorbereiteten T-Shirts, damit der Farbstoff auf die Fasern aufgezogen werden konnte. Durch gezieltes Abbinden wurde eine gleichmäßige Färbung verhindert und so konnten wir verschiedene Muster, z.B. Spiralen oder Wellen auf den Stoffen erzeugen.

Beim Trocknen geschah dann das blaue Wunder: Das Leukoindigo reagierte binnen kürzester Zeit über verschiedene gelb-grün-blau Töne mit dem in der Luft vorhanden Sauerstoff zu dem dunkelblauem uns schon von Jeans bekannten Farbstoff. Dies war sehr faszinierend zu beobachten.

Nach insgesamt vier Stunden in Labor und Seminarraum traten wir dann den Rückweg an.

Das Experimentieren in dem top ausgestatteten Labor der BASF hat uns allen wieder sehr viel Spaß gemacht und wir konnten diesmal zum krönenden Abschluss auch noch ein schönes selbsthergestelltes Souvenir mitnehmen.

 

 

Sabine Zimmermann