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"Was ziehe ich bloß an?"

Unter diesem Titel moderierte Frau Zorah Birnbacher von Fairtrade Deutschland am Nachmittag des 6. Mai einen Online-Workshop zur Textilindustrie zwischen Fast- und Slow-Fashion. Sehr anschaulich informierte sie über das schnelle Wachstum der Modebranche, in der offensichtlich sehr viel Geld verdient werden kann. Derzeit öffnet täglich ein neuer H&M Store, wo neueste Kollektionen für wenig Geld zu kaufen sind. Kann das fair sein? Frau Birnbacher erinnerte an den Einsturz der Textilfabrik von Rana Plaza in Bangladesch, bei dem es 1.138 Tote und mehr als 2.000 Verletzte zu beklagen gab. Soziale Standards für die Näher*innen fehlen in der Textilindustrie sehr häufig. Zerstörende Umweltaspekte beleuchtete Frau Birnbacher am Beispiel der künstlichen Bewässerung riesiger Anbauflächen für Baumwolle, die zur Austrocknung des Aralsees führt. Auch Informationen über den enormen Wasserverbrauch zur Herstellung einer Jeans ließen aufhorchen.

Demgegenüber stellte die Referentin vier ausgewählte Labels vor, die eine nachhaltige Produktion auszeichnen: Fairwear, Naturtextil, Fairtrade Cotton und GOTS. Der Kauf solch zertifizierter Kleidung stellt nicht die Gewinnmaximierung des Unternehmens, sondern an der Produktion beteiligte Menschen und die Umwelt in den Vordergrund. Slow Fashion zu favorisieren bedeutet: nachhaltig, qualitativ besser, gebraucht, weniger oder gar nicht zu kaufen. Tipps waren u. a. eine Wunschliste für Kleidung zu erstellen, statt gleich zu kaufen, eine Kleidertauschparty zu organisieren oder das Reparieren von Kleidung auszuprobieren. Die überaus gelungene Veranstaltung richtete sich an die gesamte Schulgemeinschaft. Unter den 25 Teilnehmern informierten sich Schulleitung, Kolleg*innen, Eltern sowie Schüler*innen.